Refinanzierung

Das ist die Modulgruppe Refinanzierung

Die Refinanzierung ist eine wesentliche Funktion für jeden Finanzdienstleiter, ermöglicht sie doch erst die Finanzierung des Aktiv-/Kreditgeschäfts. Sie kann jedoch ganz unterschiedlich gelöst werden. Während Institute, die zu einem Konzern gehören, meist direkt – und ohne weitere Freiheitsgrade – über die zentrale Treasury mit Liquidität versorgt werden, refinanzieren sich andere über das Einlagengeschäft mit (End-)Kunden oder den Interbanken- und Kapitalmarkt mit (oft reziproken) Geldmarktlinien oder Kapitalmarktstrukturen wie Asset Backed Securities (ABS), Asset Backed Commercial Papers (ABCP) etc. Die damit verbundenen Kosten sind signifikant und hängen ab von der Bonität desjenigen, der Refinanzierung sucht, z. B. unterlegt mit einem Rating einer internationalen Ratingagentur.

Speziell für Asset-basierte Geschäftsmodelle, die durch Cashflow-Ströme aus der Rückzahlung der Finanzierung und Restwerte gekennzeichnet sind, hat sich – in Deutschland – ein Markt von sog. Refinanzierern etabliert, der die z. B. von einer Leasinggesellschaft mit ihren Kunden geschlossenen Verträge refinanziert – ohne im Sinne eines Factorings oder einer Forfaitierung einen juristischen Ankauf (mit entsprechendem Übergang in Bezug auf Bilanzierung, Risiko und „Bewirtschaftung“) zu realisieren. Auch kann das Modul Refinanzierung für die Einreichung und Verwaltung von Kreditforderungen bei der Deutschen Bundesbank (KEV-Verfahren) genutzt werden.

Innerhalb der afb Credit Management Solution (afb-CMS) bietet das Modul Refinanzierung umfangreiche Möglichkeiten für das automatisierte Management der o. a. Finanzierungen, die meist aus Tranchen, bestehend aus einer Vielzahl von (Leasing-)Verträgen, bestehen und oft – insbesondere bei kleineren Finanzdienstleistern – sehr manuell auf Basis von Excel abgewickelt werden.

Das Modul Refinanzierung steht in direkter Verbindung mit allen Formen des Aktivgeschäfts, insbesondere jedoch der Absatzfinanzierung (Leasing), und nutzt die Partnerverwaltung sowie ggf. weitere Module und Funktionalitäten der afb-CMS (Rule Engine, z. B. für Limite, Schnittstellen zu Auskunfteien etc.).

 

 

Leistungen Refinanzierung

  • Durch die Komponente Antrag erfolgt die Neuanlage einer Finanzierungstranche mit allen finanzierungstypischen Parametern, z. B. Vertragstyp, Vertragsbeginn, Laufzeit, Zinssatz, Abschlag; auch können bereits bestehende Finanzierungen (Finanzierungstranchen) gesucht und bearbeitet werden.

  • In der Komponente Pooling erfolgt die Bestimmung eines neuen Refinanzierungsvolumens nach dem „Slice & Dice-Prinzip“ durch Angabe der Auswahlkriterien, z. B. Bonität, Branche, Objekttypen, größenmäßige / regionale Verteilung. Für eine Refinanzierungsanfrage ausgewählte Cash flows werden „vorgemerkt“ und können nicht parallel in einer weiteren Tranchenbildung ausgewhlt werden. Refinanzierte Cash flows werden gesperrt, so dass auch der Schutz vor einer Doppelfinanzierung intern sowie für den Refinanzierer gegeben ist.

  • Die Komponente Reporting stellt alle Funktionalitäten der Auswertung intern und für die Kommunikation zwischen Finanzdienstleister und Refinanzierer (oder Bundesbank) bereit. Einerseits können Standardauswertungen zeit- oder eventgesteuert an einen festgelegten Verteiler versendet werden, andererseits sind für Power User alle denkbaren (ad hoc-)Auswertungen über alle hinterlegten Daten möglich.

  • Für den Austausch von Daten, dies gilt sowohl für den Import oder Export von Daten zwischen afb-CMS und Drittsystemen als auch für den Austausch von Daten zwischen Services innerhalb der afb-CMS, kommt ein Enterprise Service Bus (ESB) mit Nachrichten-, Transformations-, Routing- und Orchestrierungsdiensten zum Einsatz, jeweils basierend auf vordefinierten Prozessmodellen.

  • Nutzen beide Seiten (Finanzdienstleister und Refinanzierer) die Komponente Refinanzierung lassen sich die Refinanzierungsanträge bis auf Einzeltransaktionsebene „kleinteiliger“ gestalten und durch eine inhärente Prüfung der Ankaufspolitik des Refinanzierers automatisiert in dessen Systeme überleiten.

  • Dies gilt ebenso, wenn das Modul Refinanzierung einem Nutzerkreis aus Finanzdienstleistern und Refinanzierern als „Portal“ bereitgestellt wird. Die Spezifika der einzelnen Vertragsparteien werden dann auf Mandantenebene abgebildet; es erfolgt eine voll digitale Refinanzierung, die durch eine beiderseitige Optimierung (z. B. auf Konditionen, Bonitäten oder Laufzeiten) den Finanzierungsbedürfnissen und -möglichkeiten der Partner in idealer Weise entsprechen.

  • Stets werden alle Transaktionen und Entscheidungen protokolliert und revisionssicher getrackt.

  • Der Betrieb wird regelmäßig als Software as a Service in „bankenzertifizierten“ Rechenzentren angeboten, kann aber auch on premise erfolgen.

Vorteile Modulgruppe Refinanzierung

  • Die Vorteile aus Sicht eines Antragstellers sind die schnelle(re) Abfrage bei mehreren Finanzierungspartnern, die Optimierung der einzureichenden Verträge auf die jeweilige Ankaufspolicy des Refinanzierers sowie eine verbesserte Flexibilität in Bezug auf Passgenauigkeit und Schnelligkeit der (Re-)Finanzierung.

  • Die Vorteile aus Sicht des Refinanzierers sind ein vereinfachtes Controlling, verbesserte Möglichkeiten der „Nachsteuerung“ bei Cashflow-Änderungen sowie die Optimierung der Folgeprozesse; optional kann über den Business Service „Advanced Digital Document Management“, das afb-Dokumentenportal, das zugleich die Sachbearbeitung unterstützt und eine systemimmanente Kommunikation mit dem Antragsteller ermöglicht, der Durchgriff auf Vertragsunterlagen (z. B. für weitere Prüfungen) realisiert werden.

Vorteile der Modulgruppe Refinanzierung

  • Volle Flexibilität: Die Modulgruppe ermöglicht das „Slicen & Dicen“ von Cashflows aus unterschiedlichsten Vertragsbeständen für die Erstellung in Bezug auf Volumen oder Refinanzierungszeitraum bedarfsgerechter(er) Refinanzierungsanträge.
  • Übersichtlichkeit und Sicherheit: Über die Antragskomponente besteht ein vollständiger Überblick über bereits bestehende Finanzierungstranchen; bereits refinanzierte Cashflows werden automatisch für neue Anträge gesperrt.

  • Handling und Optimierung: Durch die Hinterlegung der Antragsparameter je Refinanzierer lassen sich Refinanzierungsanträge quasi spielerisch in kürzerer Zeit erstellen und nach allen hinterlegten Kriterien besser streuen (z. B. regional) oder fokussieren (z. B. in Bezug auf die Bonität der Schuldner).

  • Höhere Qualität: Die automatische Verarbeitung extrahierter Daten führt zu einer Verringerung der Fehlerquote manueller Arbeitsschritte und zu erhöhter Datenqualität.
  • Neue Refinanzierungsoptionen: Finanzierungsanträge können mehreren Refinanzierern angeboten werden; das vereinfachte, fortlaufende Aufsetzen von Finanzierungstranchen kann große Kapitalmarkttransaktionen sachgerecht ergänzen oder teils auch ersetzen.

  • Reporting und niedrigeres Risiko: Durch die exakte Abbildung aller Daten ist der Finanzdienstleister jederzeit in der Lage, für sich selbst oder den Refinanzierer detaillierte Auswertungen zu erstellen und ggf. regelmäßig automatisiert zu versenden.

  • Geringere Kosten und höhere Transparenz: Das vereinfachte Controlling, eine transparente „Nachsteuerung“ bei Cashflow-Änderungen sowie die Optimierung der Folgeprozesse reduzieren Fehlerquellen und sparen Ressourcen – sowohl aufseiten des Antragstellers als auch aufseiten den Refinanzierers.

  • Einfache Integration: Der afb Business Service kann einfach und flexibel in bestehende Systemlandschaften integriert werden; dabei fließt die langjährige „ETL“-Erfahrung (Extrahieren – Transformieren – Laden) aus der Anbindung der afb Credit Management Solution an unterschiedlichste (Core-)Systeme ein.

  • Durchgängig digitale Prozesse: Nutzen Antragsteller und Refinanzierer die Lösung, sind vollständig medienbruchfreie Prozesse mit automatischen Entscheidungen möglich.

 

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